Das sehr komplexe Wirkungsgefüge, das hinter Verhaltensproblemen und destruktivem Schülerverhalten steht, erfordert Ansätze zur Prävention und Hilfestellung, die sowohl die personbezogenen aber auch die sach- und systembezogenen Bedingungen mit berücksichtigen und positiv beeinflussen. Nur unter ganzheitlicher Sichtweise wird es möglich werden, mit diesen Problemen richtig umzugehen bzw. sie teilweise auch zu verhindern oder zu reduzieren.
- Maßnahmen und Projekte zur Schaffung eines förderlichen Schul- und Klassenklimas, Schule als Lern- und Lebensraum gestalten, Verhaltensvereinbarungen in Zusammenarbeit mit den Schulpartnern erarbeiten (z. B. als Teil des Schulprofils).
Schlüsselprinzipien nach D. Olweus (1996) dafür sind:
- Schaffung einer schulischen Umgebung, die von Wärme, positiver Anteilnahme und Beteiligung der Erwachsenen gekennzeichnet ist
- Feste Grenzen gegenüber inakzeptablen Verhaltensweisen statt übergroßer Toleranz und Gleichgültigkeit
- Konsequentes Reagieren auf Grenzüberschreitungen und Regelverletzungen
- Sinnvolle Überwachung und Aufsicht
- Glaubwürdige Autorität der Erwachsenen
- Alle Betroffenen (Schüler/innen, Lehrer/innen, Eltern) tragen zur Restrukturierung der sozialen Umgebung bei, Experten haben eine ergänzende Funktion als Planer und Koordinatoren, Moderatoren bzw. bei der Bewältigung schwieriger Einzelfälle
- Problembewusstsein erreichen, neue Erkenntnisse gewinnen
- Aktive Beteiligung der Lehrer/innen und Eltern einfordern, um eine angemessene Aufsicht und konsequentes Einschreiten bei Gewaltsituationen zu gewährleisten
- Klare Regeln gegen die Gewalt erarbeiten
- Schutz und Unterstützung für die Opfer gewähren
- Im Akutfall (Körperverletzung, kriminelle Handlungen usw.) „Krisenmanagement“ (vgl. Leitfaden des LSR zur Krisenintervention an Schulen)